Es beginnt mit einer Straße.
Sie ist laut, lebendig, flirrend. Menschen strömen vorbei, Neonlichter tanzen auf glänzendem Asphalt. Ich stehe in Shibuya, umgeben vom Rhythmus der Stadt – und sehe plötzlich nicht nur Tokyo, sondern auch Hochzeiten. Nicht direkt, aber in dem, was sie gemeinsam haben: Geschichten, die sich in Momenten verstecken, in Details, Blicken und Bewegungen.

Architektur trifft auf Emotion
In Japan erzählen Gebäude Geschichten – genau wie Paare. Der Tokyo Tower bei Nacht, strahlend wie ein Leuchtturm, erinnerte mich an den Moment, wenn die Braut den Raum betritt: alles hält kurz inne. Und im Daikoku Parking Area, wo getunte Autos glänzten wie Hochzeitsringe in der Sonne, war diese stille Faszination für Form, Farbe und Individualität plötzlich ganz vertraut. Denn was ist eine Hochzeit, wenn nicht auch ein persönliches Design des Glücks?

Streetfotografie & Hochzeitsreportage – ein Herzschlag
In den Straßen von Yokohama habe ich gelernt, zu sehen ohne zu stören. Ich habe alte Männer beim Schach beobachtet, Kinder mit Reisbällchen in der Hand, eine Braut in Kimonoschuhen auf dem Weg zum Tempel. Und ich habe verstanden: Die besten Fotos entstehen nicht, wenn man „Klick“ sagt, sondern wenn man spürt, dass es gerade passiert.
Genau das liebe ich an meiner Arbeit als Hochzeitsfotograf: ungestellte Momente, echtes Lachen, zufällige Berührungen. In der Streetfotografie wie bei der Trauung gilt: Es kommt auf das Auge für das Echte an.

Kamakura – Der Buddha, die Ruhe und das große Ganze
Einer der stillsten und stärksten Momente meiner Reise war der Besuch beim Großen Buddha in Kamakura. Zwischen Tempeln und alten Pfaden, zwischen Tradition und Gegenwart, stand ich vor dieser gewaltigen Statue – und war für einen Moment einfach nur still.
Es erinnerte mich an das, was viele Hochzeiten ausmacht: das Innehalten. Bevor alles beginnt. Bevor die Musik spielt, die Tränen fließen, der Tag seinen Lauf nimmt. Dieser Moment der Ruhe – er ist goldwert. Und er ist auch fotografisch einer der wichtigsten.

Ein Buch voller Erinnerungen
Mit Freunden, die in Japan leben, durfte ich Schreine und Tempel besuchen, habe Rituale miterlebt, Räucherstäbchen angezündet, gebetet, geschaut. Mein kleines Unterschriftenbuch, das ich an vielen Orten füllen ließ, ist heute mein ganz persönliches Gästebuch einer kulturellen Reise – eine Sammlung von Augenblicken, von Stempeln, aber auch von Stimmungen.


Und das Baseballspiel?
Das war laut, wild und voller Energie – wie der Hochzeitstanz um Mitternacht. Ungeplant. Aber unvergesslich. Kein Tag verläuft nach Drehbuch, und genau das macht ihn besonders. Emotion schlägt Perfektion – immer.
Was das mit Hochzeiten zu tun hat?
Alles.
Denn egal ob in Japan, Deutschland oder auf einer Wiese irgendwo im Nirgendwo: Ich fotografiere nicht nur Hochzeiten – ich erzähle Geschichten. Mit Bildern, die euch zeigen wie ihr seid. In Bewegung. Im Licht. Im Leben.


